Glocknerkönig 2008 - MTBC-Frankfurt
Larry´s Bericht zum Glocknerkönig 2008 in Österreich
Es fing schon am Freitag vormittag an - Gabi und ich machten uns auf den Weg nach Bruck an der Großglocknerstrasse in Österreich. Mit 2 Rennrädern plus Gepäck im Auto ging es auf die Autobahn gen Süden. In München machten wir einen kurzen Halt und packten Adela noch mit ein. Gabi war aus gesundheitlichen Gründen leider nur zum Anfeuern dabei. Somit konnte Adela auf ihr Rennrad zurück greifen und ein für sie neues Terrain betreten. Wir kamen gegen 1900 in Fusch in der Pension Oberreiter an - und dies doch ziemlich entspannt.
Nach dem Auspacken und mit dem Aufkommen des grossen Hungers ging es zum "Bärenwirten" - Essen fassen. Bei Almdudler und Fleisch für die Aggressivität am Berg wurde ich dann doch ziemlich träge und freute mich aufs Bettchen - als auch auf entspannende halbe Stunden am Compex. Nach guten Frühstück am nächsten Morgen machten wir uns gemeinsam wieder auf den Weg ins ca. 8 km entfernte Bruck, um dort die Startunterlagen abzuholen. Auch dies verlief völlig stressfrei - man merkt halt schon, dass es sich um eine ausgewachsene Veranstaltung handelt.
Da ich mir noch nicht wirklich im Klaren war, was mich da am Großglockner erwartet, packten wir auch bald die Räder aus dem Auto. So ziemlich genau zu High Noon saßen Adela und ich dann auf den Rädern und ließen die ersten Kilometer Österreich unter unseren Rädern vorbei huschen. So fuhren wir mal in Richtung der Mautstation um zu schauen, ob und wie wir mit der Übersetzung am Berg zurecht kommen würden. Ich hatte es dann doch bei der klassichen 39-25 Ritzelkombi belassen, die dann doch eher für den Taunus ausgelegt ist. Wird schon gehen, dachte ich mir. Fuhr mich dann das ein oder andere Mal bis in den Spitzen-Bereich warm und machte meinen Beinchen somit unmissverständlich klar, dass es morgen ordentlich zur Sache gehen wird. Alles in allem verlief der Samstag ziemlich gut. Zum ordentlichen Abschluß dieses Warm-ups ging ich mit Compex noch auf`s Bett und ließ die Muskeln entspannend tanzen.
Abends stand es auf dem Programm, den Nudel-Gutschein gehen Kohenhydrate einzutauschen. Dabei war es möglich, diesen Gutschein in einem von mehreren Restaurants einzulösen. Wir entschieden uns fürs Lampenhäusl. Im Anschluß haben wir uns mit einem kleinen, netten Spaziergang die Beine vertreten und die Verdauung angeregt. Schlußendlich landete ich aber wieder mit Compex im Bett, wo ich versuchte, noch das Beste für morgen zu mobilisieren.
Der Start am nächsten, entscheidenden Morgen war um 07:00 Uhr angesetzt. Den galt es ordentlich vorzubereiten. Demnach standen Adela und ich gegen 05:00 Uhr auf und machten uns recht müde in Richtung Frühstück auf. Dies war, wie jeden Tag, schon längst fertig angerichtet. Einwenig widerwillig und müde fanden nur relativ wenige Löffel Müsli ihr Ziel in meinem Mund. Schmierte mir hingegen noch ein Brötchen und trank dabei Tee und Kaffee im Wechsel. Dann noch schnell rauf aufs Zimmer den Beutel mit den Wechselklamotten fürs Ziel auf ca 2450m ü. NN. und dann ab aufs Rad hinab nach Bruck ...
Auf dem Weg dort hin waren wir dann alles andere als alleine. Ich kam mit einem Einheimischen ins Gespräch der mir den Schrecken nahm als er sagte, dass man das Rennen eigentlich schon bestanden hat, wenn man den steilen Teil direkt im Anschluß an die Mautstation hinter sich gebracht hat. Zuversichtlich eingestimmt gaben Adela und ich unsere Beutel bei den entsprechenden Stellen ab. Für Adela ging es nochmal schnell aufs Klo und dann für uns beide in die Startaufstellung.
Punkt 07:00 Uhr fiel dann auch endlich der Startschuss und ab ging die wilde Fahrt. Für den ersten Teil der Strecke wollte ich mich an einen möglichst großen und flotten Fahrer dran hängen. Fand da auch recht schnell einen, den ich dann auch bis zum Anstieg erfolgreich, wenn auch mit Knurren verteidigen konnte. Ab dort gingen wir getrennte Wege. Den ersten Teil bis zur Matustation kannte ich ja schon von gestern und ging es daher recht ruhig und gleichmäßig schnell an. Ich kam gut voran und brachte einen nach dem anderen hinter mich. Das Wetter war im Übrigen 1A oder auch TOOOOOP, wie unser Vereinspräsident zu sagen pflegt. Wirklich! Nach den doch frischen Temperaturen am Morgen aber den glänzenden Aussichten für diesen Tag wurde es schnell wärmer - vom bergauf fahren mal abgesehen. Strahlender, blauer Himmel rundum und stets einen schönen Blick, den ich hier und da mal riskierte. "Und hier fahr ich ein Bergzeitrennen - einfach klasse!" Also, weiter reintreten.
Da ich nicht wirklich wusste, was mich da noch alles erwartet, bin ich hier und da in weiten Schlangenlinien gefahren, um mein Überstzungsverhältnis einwenig wett zu machen. Dabei behielt ich stets meinen Puls im Auge und pendelte ihn zwischen 160 und 165 Schlägen ein. Ein paar wenige Male hab ich versucht auch höhere Werte zu fahren, doch bei über 170 bis 175 merkte ich, dass meine Beine da nicht lange mitmachen würden. Also beließ ich es beim niederen Bereich und den gelegentlichen Tempoverschärfungen.
Im oberen Drittel der Strecke wurde die Streckenumgebung einwenig kurios. Fuhren an 1,5 Meter dick noch im Schnee steckenden Almwiesen vorbei - und wir machen hier mit dem Rennrad rum ... irgendwie sonderbar - aber auch tatsächlich ein schönes skurieles Gefühl.
So schraubte ich mich immer weiter in Richtung Ziel hinauf. Und da - da konnte es man schon erahnen, wenn man wie ich nicht weis, wo es ist. Nur noch ein paar Kurven werden es sein, die mich von der Ziellinie trennen. Ich begann damit nach und nach den Druck auf die Pedale zu erhöhen. Auf den letzten ca. 700 Metern ließ ich dann noch alles vom Stapel, was für mich möglich war. Schaltete Ritzel für Ritzel weiter nach rechts und machte nun mächtig Fahrt, noch an einigen vorbei und schlußendlich mit einem schönen Brennen in den Beinen über den Zielstrich. Mit einem Puls auf hohen 190ern schnappte ich auf 2,5km über Meereshöhe nach Luft und war froh. Nach und nach genoss ich den tollen Ausblick dort. Ließ mir dann aber recht zeitig meinen Bekleidungsbeutel geben und zog mich schnell wärmer an. Denn trotz Sonnenschein wurde es zunehmend kühler um die Nase.
Später war es mir gelungen, Adela genau zu ihrer Zieleinfahrt abzupassen. Sie drückte mir nur das Rad in die Hand und machte sich dann auf und davon. Das ganze zwar unabsichtlich, aber zunächst doch für mich verwunderlich. Eine Weile später fand ich sie an der Verpflegungsstelle wieder. Dort gut ausgestattet fuhren wir ein Weilchen berg ab, um dort die verdiente Portion Kaiserschmarn einzuverleiben. Hmmmh, einfach lecker !!
Der Schnee um uns herum diente als ein einziger, riesiger Fahrradständer - sehr viele Bikes wurden einfach mit einem Rad in den Schnee gesteckt und waren so, schön aufgeräumt, aufgereiht.
Nun endgültig für die Abfahrt gestärkt ging es bergab - auch das macht wirklich Spaß, wenn man es da noch mal ein bissi krachen lassen kann. Wohl sicherlich nicht zur Freude der Autofahrer, doch ich denke noch in einem akzeptablen Rahmen ...
Fazit: Es war ein tolles Event. Gut organisiert, bei tollstem Wetter furiose Anblicke ermöglicht. Da kann man mal wieder hin fahren.
So, das war´s nun, Thomas, was mir dazu einfiel. Vielleicht ist es sogar zu viel, wahrscheinlich kann ich die Länge bei den nächsten Veranstaltungen nicht mehr halten. Mal sehen.
Hier noch meine offiziellen Daten:
Rang Stnr Ort NAT JG Gesamt bis Maut von Maut Diff.-Best Diff Vor Klasse RG
244 922 Frankfurt GER 1977 1:43:07:07 34:26:73 1:08:40.34 26:04.52 00:03:50 H3 119

